Hauptversammlung und Jahresausklang des LAC Nationalpark

Kurz vor dem Jahreswechsel stand beim LAC Nationalpark am 29.12. die alljährliche Jahreshauptversammlung auf dem Programm, welche im Gasthaus Klausner abgehalten wurde. Eröffnet wurde die Versammlung mit einem Rückblick auf das sportlich erfolgreiche Jahr 2017. In diesem Zuge wurden die erfolgreichsten Läuferinnen und Läufer des Jahres geehrt.


Die erfolgreichsten Läuferinnen und Läufer des Jahres 2017 wurden im Zuge der Jahreshauptversamlung geehrt. v.l.n.r. Sepp Schwarzer, Nicole Kaspar, Andreas Gruber, Carolina Hasenleithner, Gerhard Strutzenberger, Andreas Maier, Hans Blaas.

Gemütlicher Silvesterlauf am Altjahrstag

Zu einer kleinen Tradition ist mittlerweile der “interne Silversterlauf” des LAC geworden. Vom Treffpunkt Konditorei Illecker aus wurde eine gemütliche Sonnseiten-Runde gelaufen. Im Anschluss ließ man bei einem Gläschen Sekt das alte Jahr Revue passieren und schmiedete bereits neue sportliche Pläne für das neue Jahr. Das erste große gemeinsame Ziel ist der Geländelaufcup in Neufhofen an der Krems. Nach dem großartigen dritten Platz im Vorjahr will man auch in der diesjährigen Auflage wieder möglichst viele Punkte sammeln. Bereits am 13. Jänner 2018 findet der erste von drei Läufen des Cups in Neuhofen statt!

Super Leistungen für den LAC bei den OÖ Crosslauf-Landesmeisterschaften

Das waren super Leistungen für den LAC Nationalpark Molln bei den OÖ Crosslauf-Landesmeisterschaften am 11.11.2017 in Traun! Bei spätherbstlichen Bedingungen und viel Wind starteten vier Damen und zwei Herren für den LAC bei den Meisterschaftsläufen über 3.360 bzw. 7.760 Meter. Hier die erfreulichen Ergebnisse:

  • 5. Platz in der OÖ Gesamtwertung für Sigi Herndler (12:15 min)
  • 1. Platz W40 für Andrea Gruber (14:23 min)
  • 1. Platz M70 für Sepp Schwarzer (16:06 min)
  • 3. Platz W35 für Nicole Kaspar (15:49 min)
  • 5. Platz in der Frauen-Teamwertung mit Sigi Herndler, Andrea Gruber und Carolina Hasenleithner (42:09 min / 3 x 3.360 km)
  • 34. Platz für Franz Josef Platzer (32:52 min) in der Gesamtwertung des stark besetzten Männerrennens über 7,76 km.

Allen herzlichen Glückwunsch!

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Sepp Schwarzer läuft im Rahmen des Vienna City Marathons zum 10-km Meistertitel

Der LAC Nationalpark Molln war bei Österreichs größtem Laufereignis, dem Vienna City Marathon, wieder mit großem Einsatz und tollen Erfolgen vertreten. Erstmals fand im Rahmen der Veranstaltung am Samstag, 22. April ein 10-km-Lauf statt. Sepp Schwarzer eroberte dabei mit einem super Rennen in 50:07 Minuten den Titel des Österreichischen Meisters im 10-km-Straßenlauf der Klasse M70. Andrea Gruber lief im 10-km-Rennen der offenen Wertung und kam in 48:41 Minuten auf den 4. Platz in der Klasse W40, gesamt den 29. Rang. Gerhard Strutzenberger lief die Strecke vom Riesenrad zum Burgtheater in 53:22 Minuten.

Beim Halbmarathon am Sonntag schaffte es Bernhard Hinterplattner in starken 1:23:05 Stunden ins Ziel auf der Ringstraße. Das bedeutete Rang 139 unter mehr als 12.000 Finishern.

Zusätzlich war ein Helferteam des LAC an beiden Tagen bei der Medaillenausgabe im Einsatz. Direkt hinter dem Ziel haben zehn Mollner Vereinsmitglieder in einem Team von 70 Helfern für alle Finisher die Erinnerungsmedaillen vorbereitet und übergeben. Der Arbeitseinsatz wird mit einem Beitrag für die LAC-Kassa und vielen emotionalen Eindrücken belohnt. Danke an den Vienna City Marathon für die Gelegenheit, hier dabei sein zu können! Glückwünsche an alle Teilnehmer und besonders an den besten Österreicher Valentin Pfeil von unserem Nachbarverein LAC Amateure Steyr.

Bilder: FinisherPix bzw. LAC Nationalpark Molln

LAC Athleten beim Linz Marathon

Bevor am 21. April in Wien mit dem Vienna City Marathon der größte Marathon in Österreich über die Bühne geht, wurde zwei Wochen zuvor in Linz bereits die heimische Marathon-Saison eingeläutet. Mit dabei waren auch wieder einige Athletinnen und Athleten des LAC Nationalpark. Alexander Girkinger konnte beim Halbmarathon mit einer Zeit von 01:29:23 sein Ziel, unter eineinhalb Stunden zu blieben, erreichen. Während Renate Rettenegger den Viertelmarathon in 01:10:46 absolvierte, bestritt ihr Mann Manfred den Halbmarathon in einer Zeit von 01:46:14. Nach ihrem Halbmarathon-Debüt in Wels sprang Carolina Hasenleithner in Linz bei der Marathon-Staffel einer Freundin ein und legte ihren Anteil von 11,6 Kilometern in 57:47 Minuten zurück.

Apropos Vienna City Marathon: Am kommenden Sonntag werden wieder zahlreiche LAC-Mitglieder im Zielbereich helfen, den Teilnehmern ihre Finisher-Medaillen zu überreichen!

Halbmarathon
Alexander Girkinger 01:29:23 (42. Rang AK35)
Manfred Rettenegger 01:46:14 (47. Rang AK55)

Viertelmarathon
Renate Rettenegger 01:10:46 (96. Rang AK50)

Marathon-Staffel
Carolina Hasenleithner (Staffel “ÖTB Kirchdorf/Kr.”) 03:58:28 

 

LAC nach Auftakt-Rennen auf Platz 3 des Neuhofner Geländecups

Vergangenen Samstag fand der von vielen Läufern bereits mit Freude erwartete Auftakt zum 38. Neuhofner Geländecup statt. Durch wechselnde Bodenverhältnisse, mitunter blankes Eis und teils starken Wind wurde die Strecke in Neuhofen für die etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder einmal mehr zur Herausforderung. Mit 22 gewerteten Athletinnen und Athleten war der LAC Nationalpark beim ersten von drei Läufen sehr gut aufgestellt. Dies wirkte sich natürlich auch auf die Punkte aus, mit Platz 3 in der Vereinswertung gelang der wohl beste Saisonauftakt der letzten Jahre.

Schnellster LAC-Athlet auf der langen Strecke über 9,6 Kilometer war Bernhard Hinterplattner mit einer Zeit von 38:28 Minuten. Die “Big Points” auf dieser Distanz konnten unsere Teilnehmer in der Klasse M70 anschreiben. Sepp Schwarzer holte sich den Klassensieg und Willi Girkinger landete bei seinem ersten Rennen in der neuen Klasse auf Rang 3.

Die Damen fanden über 4,8 Kilometer noch etwas schwierigere Verhältnisse vor, als sie zuvor noch beim Hauptlauf geherrscht haben. Mit zunehmender Beanspruchung wurde der Untergrund tiefer und auch der Wind machte den Athletinnen zunehmend zu schaffen. Andrea Gruber holte sich bei ihrem Neuhofen-Debüt Platz 3 in der Klasse W40. Carolina Hasenleithner belegte den 6. Rang in der allgemeinen Klasse.

Auch im Jugend-Bereich zeigten unsere Athleten hervorragende Leistungen. Omid Allahjar erreichte in der Klasse U12 den ausgezeichneten 2. Platz! Ebenfalls auf das Podium schaffte es Reswan Nazari in der Klasse U16.

Hier die Ergebnisse im Detail:

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2 Klassensiege beim Bad Haller Kurparklauf

Beim Kurparklauf in Bad Hall konnten unsere jungen Athleten erneut mit schnellen Zeiten überzeugen. Beim “Lucky Luke” Jugendlauf über 1,3 Kilometer holte sich Said Jaber Mirzada den Sieg in der Klasse U16 männlich, dicht gefolgt von Ali Musabi auf Platz 2. Auch beim 5 Kilometer langen “Road Runner” konnte ein LAC Läufer einen Klassensieg erzielen. Ali Mahmoud stand mit 20:12 Minuten ganz oben auf dem Treppchen in der Klasse U20 männlich.

“Lucky Luke” 1,3 km
U16 männlich
1. Said Jaber Mirzada (Jg. 2001) 0:04:56,00
2. Ali Musabi (Jg. 2001) 0:04:59,00

“Road Runner” 5 km
Jugend U20 männlich
1. Ali Mahmoud (Jg. 2000) 0:20:12,00

LAC-Erfolge beim Freistädter Stadtlauf

Beim “F10er” Stattlauf in Freistadt konnten die jungen LAC-Athletinnen und Athleten tolle Erfolge erzielen. Magdalena Strutzenberger siegte beim Frauenlauf über 5 Kilometer in der Klasse U20! Auch unsere jungen Neuzugänge zeigten in den Läufen großartige Leistungen. Reswan Nazari verpasste über 1000 Meter im Jugenlauf nur ganz knapp den Sieg, auf Platz 3 landete Said Jaber Mirzada. Einen weiteren Stockerlplatz konnte Reswan Nazari über 5000 Meter erreichn, Vereinskollege Mahmoud Ali erreichte hinter ihm Platz 4.

Jugend 3 männlich – 1000 m
2. Reswan Nazari (Jg. 2002) 0:03:19,87
3. Said Jaber Mirzada (Jg. 2001) 0:03:30,43 

Frauen U20 – 5000 m
1. Magdalena Strutzenberger (Jg. 2001) 0:22:51,70

Männer U20 – 5000 m
3. Reswan Nazari (Jg. 2002) 0:19:36,27
4. Mahmoud Ali (Jg. 2000) 0:19:50,49

Alle Ergebnisse des Freistädter Stadtlaufs
Fotogalerie Freistädter Stadtlauf

Gedanken über den 28. Bergmarathon “Rund um den Traunsee”

Von Peter Müller und Alexander Girkinger

Gut eine Woche nach dem 28. Bergmarathon rund um den Traunsee möchten wir noch einmal an den auf tragische Weise verstorbenen 24-jährigen Teilnehmer denken … und doch ausführlich aber bedacht über unser Antreten über die Gesamtdistanz (ca. 65 Kilometer und 4500 Höhenmeter) reflektieren.

Dunkle Wolken

Das starke Gewitter, welches um ca. 16:40 zum Rennabbruch führte, war leider nur ein dunkles Vorzeichen

Das starke Gewitter, welches um ca. 16:40 zum Rennabbruch führte, war leider nur ein dunkles Vorzeichen

Unfälle dieser Art können multiple Ursachen haben. In diesem Fall wissen wir bis zum heutigen Tag nur das, was in den Medien steht. Voreiligen Mutmaßungen und Verallgemeinerungen möchten wir uns an dieser Stelle enthalten. Unser beider Gedanken waren auch noch Tage nach der Veranstaltung beim Verunglückten und seiner Familie, weniger bei unseren persönlichen Erlebnissen. Es muss an dieser Stelle behutsam und vorsichtig betont werden, dass trotz aller Bemühungen seitens des Veranstalters, einen Bergmarathon diesen Ausmaßes „sicher“ über die Bühne zu bringen und bei Unfällen dieser Art richtig und schnell zu reagieren, die letztendliche Verantwortung bei den teilnehmenden LäuferInnen und ihrer physischen und geistigen Konstitution und Urteilsvermögens liegt. Das ultimative Ziel eines solchen Vorhabens kann und darf niemals der Zieleinlauf, die Medaille, der Bericht danach oder die schnellste Zeit sein. Man sollte sich darüber bewusst sein, dass man unter Umständen aufgeben muss und/oder die angebotene Hilfe der vielen freiwilligen Helfer in Anspruch nehmen muss. Über Faktoren wie ausreichendes Training, Regenerationszeiten und Selbsteinschätzung (sowohl in der Vorbereitung, als auch während des Bewerbes) muss jeder Sportler/jede Sportlerin selber nachdenken, wobei schon Hilfestellungen im Vorfeld und in der Vorbereitung von großem Nutzen sind. Welche Informationen und Ansprechpartner man im Vorfeld heranzieht, ist Teil des erwähnten Urteilsvermögens. Die zurecht kritischen Worte von Christoph Girkinger seien hier ebenso zu unterstreichen, wie auch die Tatsache, dass bei Bewerben dieser Art niemals die Kompetitivität, der „Wettkampf“ und Konkurrenzcharakter im Vordergrund stehen dürfen, vor allem unter Berücksichtigung der objektiven Gefahren am Berg und an der Strecke und den extremen Belastungen an den Körper.

Gesellschaft und (Leistungs-)Sport

Zusätzlich wollen wir an dieser Stelle anmerken, dass man die negativen Ausuferungen im Hobby-, und Extremsport auch anderen, sehr oft strukturellen, Faktoren zuschreiben kann. Vor allem in westlichen Gesellschaften, aber auch einigen „Schwellenländern“, haben sich die Formen des Zusammenlebens unaufhörlich in vorwiegend quantifizierende und konkurrenzorientierte Gebinde mit starken Individualisierungstendenzen entwickelt. Während in manchen Gesellschaften die soziale Vereinsamung und Selbstmordrate im Steigen begriffen sind, kommt es in anderen Gesellschaften zu erhöhtem Geltungsdrang und Risikobereitschaft ohne Rücksicht auf Verluste und Konsequenzen.  Diese negativen Einflüsse lassen sich auch im Leistungs- und Hobbysport beobachten, wobei sowohl das Leistungs- und Konkurrenzdenken, als auch der übertrieben zelebrierte Lifestyle (man denke an einen österreichischen Getränkehersteller) Kollateralschäden hinterlässt, die letztendlich von der Allgemeinheit getragen werden müssen.

Persönlicher Zugang zu „Leistung“

Die jeweilig persönliche Interpretation von „Leistung“ kann sowohl im Leben als auch im Sport unterschiedlichen Kriterien unterliegen. Obwohl im Laufsport ausschließlich quantitative Einheiten wie Zeit, Kilometer und Höhenmeter eine eindeutige Wertung beziehungsweise ein eindeutiges Ergebnis ermöglichen, so sehen wir die Teilnahme an „Wettkämpfen“ dieser Art unter folgenden Aspekten: Die Natur in einer der für den Menschen ursprünglichsten Bewegungsarten zu erleben und ihr und den anderen TeilnehmerInnen respektvoll und kooperativ zu begegnen. Die Möglichkeit, ein Stück des langen Weges gemeinsam zu gehen und das eigene Ego hintanzustellen. Wo es möglich ist, bedacht zu laufen, unter ständiger Beobachtung der eigenen Leistungsfähigkeit und/oder des eigenen Befindens. Diese Haltung und das Gefühl, in einer Gruppe (vermutlich) ähnlich gesinnter eine im Training unmöglich zu bewältigende Strecke zurückzulegen, das sollte im Vordergrund einer Anmeldung und Teilnahme stehen.

Vorbereitung, persönliche Erkenntnisse und der Tag X

Wir haben in den letzten Jahren bei sehr vielen Laufveranstaltungen auf Straßen und Trails teilgenommen. Nach und nach versuchten wir uns durch individuelles und gemeinsames Training vorsichtig an längere und auch alpin-technische Strecken heranzutasten, bisher verletzungs- und beschwerdefrei. Parallel dazu ist es auch wichtig, durch intensive und kritische Lektüre die Eigenheiten und Tendenzen im Laufsport und Trailrunning zu beurteilen und selektiv für sich zu nutzen. Am Start und im Ziel der individuell und gemeinsam bestrittenen Bewerbe konnten wir sowohl sehr viel Egoismus und Getriebenheit, aber auch erstrebenswerte Tugenden wie Selbstlosigkeit und Engagiertheit unter den MitläuferInnen erleben. Vor allem hinsichtlich letzterer rückte die real gegebene Wettkampfsituation dabei immer mehr in den Hintergrund. Andererseits ist es natürlich wichtig, sich dann und wann mit Anderen zu „messen“ und die eigenen Fähigkeiten „dezent und anspruchslos“ zu testen. Laufen als gesamtheitliche und komplexe Sportart erfordert sicherlich einen hohen Grad an Intelligenz und Interpretationsfähigkeit. Dabei sollten auch philosophische und psychologische Ansätze zum Laufen einen besonderen Platz einnehmen.

Realität

Das Höhendiagramm des Traunsee-Bergmarathons

Das Höhendiagramm des Traunsee-Bergmarathons

Heruntergebrochen auf die konkrete Lebensrealität ist die Teilnahme an Bewerben wie dem Traunsee Bergmarathon neben der konditionell-läuferischen vor allem eine logistische Herkulesaufgabe. Diverse Produkte mit Magnesium, Kohlehydraten in flüssiger Form, Salztabletten uvm. wurden im Vorfeld ausführlich auf ihre Verträglichkeit und ihren richtigen Einsatz getestet und wir wussten, dass wir trotz ausreichender Labestationen einen großen Teil der Verpflegung selber mit uns führen müssen, ebenso die vorgeschriebenen Sicherheitsmaterialen. Diesen Aspekt haben nach eingehender Beobachtung mit Sicherheit nicht alle LäuferInnen erfüllt und es wurde vor dem Lauf keine Gepäckskontrollen durchgeführt (im Vergleich zum Hochkönigman). Andere Bewerbe in Europa verlangen gar nach einem ärztlichen Attest. 

Alex und ich haben uns trotz gemeinsamer Planung und einigen längeren Bewerben und Trainingseinheiten in diesem und letztem Jahr doch sehr asymmetrisch und unterschiedlich auf den Traunseemarathon vorbereitet. Dennoch galt es, „gemeinsam“ und nicht „individuell“ diesen Lauf zu einem besonderen Erlebnis für uns zu machen und den Abschluss der Laufsaison und meiner auslaufenden Zeit in Österreich zu zelebrieren. Die Schlüsselstellen an der Strecke konnten wir die Monate davor belaufen und bewandern, bis auf einige Ausnamen. Das Gelände, die bevorstehende Distanz und Dimension der Strecke beurteilten wir objektiv gemeinsam aber subjektiv auf individuell unterschiedliche Weise. Letztlich war es uns nicht möglich, körperlich um 03:00 Früh mit dem „gleichen“ Gefühl in Gmunden an den Start zu gehen. Aufgrund seiner Magenbeschwerden und Fersenprobleme wusste Alex bereits im Voraus, dass „maximal“ bei der Streckenhälfte in Ebensee oder vielleicht schon früher (vor dem Traunstein) Schluss sein würde. Wir schafften es gemeinsam bis zur Labestation Karbach (KM25), wo Alex mir seinen definitiven Rennabbruch in Ebensee bekannt gab und mich alleine weiterlaufen ließ.

Während der erste Läufer über die Gesamtdistanz nach unvorstellbaren 8 Stunden und ein paar Zerkwetschten in Gmunden ankam, trudelte ich zur selben Zeit in Ebensee ein, in Gedanken bei Alex aber in der Gewissheit, dass unsere Handys aktiviert waren und auch meine Eltern seine Nummer hatten und umgekehrt. Nach ausreichender Verpflegung und einer zwanzigminütigen Pause mit meinen Eltern startete ich weiter Richtung Feuerkogel, an dessen Gipfel ich eine erneute 15-minütige Pause in Form eines power-naps einlegte, eine hervorragende Idee die mir erneute Kraft spendete. Alex schaffte es bis Ebensee und verbrachte die restlichen Stunden gemeinsam mit meinen Eltern („Danke Papa und Mama“). Nach 4000 Höhenmetern und circa 47 Kilometern erreichte mich kurz vor der Labestation Mühlbachtal, welche sich in der Garage eines Privathauses befand, ein schweres Gewitter (4 Sekunden zwischen Blitz und Donner). Einige LäuferInnen befanden sich bereits im sicheren Unterstand mit einem Bier in der Hand (?) und nach einigen wunderlichen Minuten wurde auch mir der aus Sicherheitsgründen völlig berechtigte Rennabbruch mitgeteilt. 

Trotz des dramatischen Verlaufs und dem tragischen Vorfall, von dem wir erst einen Tag danach erfuhren, konnten wir beide sehr viele persönliche Eindrücke gewinnen und werden in unserem Leben weiterhin das Gemeinsame vor das Trennende und unverhältnismäβig Individualistische stellen. Die eigenen Grenzen auszuloten und die persönliche Komfortzone zu verlassen sind sicherlich Motive, welche manchen oder manche dazu verleiten, an Bewerben dieser Art teilzunehmen. Die Intelligenz und das Bewusstsein oder Karma über die möglichen Auswirkungen und Folgen müssen jedoch schon weit im Voraus abgeklärt sein, weshalb schon die Vorbereitung auf ein Vorhaben dieser Art den Weg zum gesunden Erlebnis markiert. Im Leben gibt es sicherlich vielzählige Chancen, sich selbst (nicht nur den eigenen Körper) besser kennen zu lernen und ein Abenteuer zu wagen. Dieser hier ist einer davon und sometimes you just do things.

Beide guerreros am Naturfreundehaus

Beide guerreros am Naturfreundehaus

 

Traunsee Bergmarathon 2016

UPDATE: Alexander Girkinger und Peter Müller gingen beide über die volle Distanz des Bergmarathons an den Start. Hier ihr äußerst lesenswerter Bericht.

Zugegeben, eine ideale und spezifische Vorbereitung auf einen Bergmarathon sieht anders aus, dessen waren Herbert Lugmayr und ich uns schon vor dem Start beim Traunsee-Bergmarathon bewusst. Auch wenn es sich “nur” um die halbe Distanz von Ebensee nach Gmunden drehte, hatten wir dieses Jahr vor allen Dingen noch nicht genügend Höhenmeter in den Beinen. Wie immer alles Einteilungssache also, auch darüber waren wir uns einig.

Es drohte zwar nicht die extreme Hitzeschlacht wie im Vorjahr, aber schon beim Start war es mehr als angenehm warm. Auf der ersten Hälfte der Teilstrecke Ebensee – Gmunden jedoch, findet man zumeist ausreichend Schatten und die Verpflegung bei den Labestellen ist war wie immer erstklassig. Bei der Kranabethhütte am Feuerkogel wartete auch heuer Kathrin auf uns, es haben sich aber auch ein paar “Überraschungsgäste” eingefunden – danke fürs anfeuern! Dementsprechend motiviert fehlte es mir auf der ersten Hälfte des Weges keineswegs am nötigen Biss. Bis zum Kontrollpunkt in der Kreh blieben Herbert und ich gleichauf, hinauf zur Hochsteinalm trennten sich dann unsere Wege.

Bei der Labstelle Mühlbach angekommen und die Flüssigkeitsreserven aufgetankt, war es plötzlich als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Obwohl es im Mühlbachtal überwiegend auf Asphalt und nur moderat bergauf geht, konnte ich mich nur selten und mit Mühe zu einem Laufschritt überwinden. Den meisten anderen Teilnehmern geht es auch nicht viel besser, ein schwacher Trost. Mittlerweile heizte die Mittagssonne schonungslos herunter, Schatten sucht man hier sowieso vergebens. Über die berüchtigte steile Betonspur ging es hinauf zum Grasberg. Eigentlich rechnete ich jederzeit damit, dass Herbert wieder hinter mir auftaucht. Gemeinsam hätten wir gerade hier sogar flotter unterwegs sein können – hättiwari. Bergab ließ ich es wieder etwas mehr rollen, merkte aber schnell, dass die Beine heuer einfach nicht mehr hergaben. Nach zwei Wochen Urlaub war ich zwar ausgerastet wie kaum ein anderer Teilnehmer, aber die fehlende Kraft und Wettkampferfahrung im heurigen Jahr machte sich gerade abwärts besonders deutlich bemerkbar.

Also hieß es auch beim Gmundnerberg rauf und runter nicht mehr übertreiben, Ausrutscher vermeiden und dann ab ins Ziel, wo ich zu meiner Freude schon herzlich empfangen wurde. Schon während des Laufs zeichnete sich ab, dass ich noch länger brauchen würde, als bei meinen beiden bisherigen Teilnahmen. Dass es letzten Endes deutlich über fünf Stunden werden sollten, gab mir kurz ein wenig zu denken, meine 04:22 Stunden von 2014 scheinen derzeit in weiter Ferne. Auch Herbert traf wenige Minuten nach mir in Gmunden ein, in der Ziellabe überwog bei uns die Freude über die erfolgreiche und unverletzte Zielankunft.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nichts davon, dass der 28. Bergmarathon von einem tragischen Unglücksfall überschattet werden würde. Ein Teilnehmer galt als vermisst, nachdem er das Rennen im Bereich des Gmundnerberg aufgegeben hatte und selbständig ins Tal zurückkehren wollte. Eine groß angelegte Suchaktion blieb bis Mitternacht erfolglos und konnte erst am Sonntag fortgesetzt werden. Leider Gottes konnte der 24-jährige nur noch tot aufgefunden werden. Nicht nur als Teilnehmer ist man schockiert und empfindet tiefes Mitgefühl. In solchen Momenten denkt man unweigerlich auch über Sinn und Unsinn dessen nach, was man gerade hinter sich gebracht hat. Viele Sportarten bergen ihre Risiken, Sport kann aber auch extrem viel Freude bereiten. Man wird sich durch solch tragische Ereignisse bewusst, dass Leistung und Zeit gerade als Hobbysportler nicht alles sind. Jedoch darf man sich dadurch auch nicht entmutigen lassen, das gilt auch für die Veranstalter dieses exzellent organisierten Marathons.

Von Michael Lattner

Ebensee – Gmunden (34KM / 2000HM)
Michael Lattner 05:22:03
Herbert Lugmayr 05:36:16

P.S.: Mehr als bemerkenswert finde ich übrigens die Leistungen einiger TeilnehmerInnen aus unserer Gegend über die volle Distanz Gmunden – Gmunden (70KM / 4500HM):
Hermann Daucher (WSV Trattenbach) 08:22:12
Michaela Mandlbauer (LG Kirchdorf) 11:17:18
Günter Ellinger (Oberschlierbach) 13:09:41
Franz Bloderer (Leonstein, 8. Teilnahme) musste heuer in Ebensee aufgeben
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